Über Geschmack streiten

Im voran gegangen Text haben wir das Spannungsfeld zwischen Traditionalisten und Modernisten angeschnitten. Der Konflikt weckt Erinnerungen an den architektonisch, ästhetischen Stellungskrieg des letzten Jahrhunderts. (…vorher) Für sich genommen sind beide Haltungen interessant. Dennoch bringt sowohl die Fokussierung auf den…

Retro, Hackbraten-Architektur

Was bewegt heute die Architektur? Welche innovativen Theorien stehen den Bauten Pate? Welcher Diskurs spaltet die Fachwelt? Was macht Furore? Eigentlich nichts so richtig. Es geht höchstens noch um Geschmack: Heute stellt sich die Architekturtheorie als etwas wenig sperriges dar….

Retro als Konfliktzone

Zwischen Modernisten und Traditionalisten tobt eine Auseinandersetzung. Das heisst, die unterschiedlichen Haltungen bleiben meist im Verborgenen. Zum Ausdruck kommen sie höchstens durch die Sprichwörtliche Faust im Sack. Für einmal trat diese versteckte, gegenseitige Abneigung aber dennoch zu Tage: (…vorher) Jürg…

Transluzenz, Einleitung

„Die Präzisierung des Transparenzbegriffs erinnert uns daran, dass Architektur nur in bezug auf eine Architekturtheorie existiert.“ Bernhard Hoesli Das Wort Transparenz ist ein Schlüsselbegriff im Verständnis der modernen Architektur. Es kommt im Zusammenhang mit der Anwendung von grossen Glassflächen, als…

Teil 1, Durchsicht versus Bewegung

Siegfried Giedion brachte mit seiner gewagten Gegenüberstellung von Picassos Gemälde L’Arlésienne und Walter Gropius’ Werkstattflügel des Bauhauses in Dessau den Stein des Transparenzdiskurses ins Rollen. Seine Absicht war es, das in der modernen, bildnerischen Kunst entwickelte Raumverständnis der “Wahrnehmung in…

Teil 1, Die Auflösung der Hierarchie

Zwischen der Wirkungsweise der Materialtransparenz und den kubistischen Bildkonzepten gibt es eine unübersehbare Differenz. Dennoch hat Giedion versucht diese beiden Themen zusammenzubringen. (…vorher) Dabei war es wohl nicht seine primäre Absicht die beiden Vorstellungen einwandfrei zur Übereinstimmung zu bringen. Vielmehr…

Teil 1, Im Übertragenen Sinn

Um Giedions Begriffsverständnis der Transparenz besser greifen zu können, ist es wichtig es in seinem theoretischen Umfeld zu betrachten. Die Bezeichnung ordnet sich dort in eine ganze Gruppe von Schlüsselwörtern ein. (…vorher) Nikolaus Kuhnert und Angelika Schnell zeigen in ihrem…

Teil 2, Transparenz der 40er-Jahre

In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts legten gleich zwei Exponenten der Kunst-Avantgarde ein Buch zum Thema der optischen Wahrnehmung vor: 1944 György Kepes mit „Language of Vision“, 1947 Lásló Moholy- Nagy mit „Vision in Motion“. Obwohl sich die beiden…

Teil 2, Formen der Durchdringung

Beide Autoren, Kepes und Moholy-Nagy, verwenden den Transparenzbegriff in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Es ist daher auch nicht ganz leicht, eine einheitliche Vorstellung darüber zu gewinnen, was das Wesen der Transparenz für sie ausmacht. (…vorher) Kepes zum Beispiel baut seine Überlegungen…

Teil 2, Klarheit und Mehrdeutigkeit

Moholy-Nagy’s Verständnis von Transparenz scheint den Glasarchitekturen näher zu sein. Für ihn bedeutet Durchsichtigkeit Übersicht und Klarheit. In seiner Zukunftsvision für die Stadt nennt er Transparenz in einem Zug mit Sauberkeit und Hygiene (1). Auf die Architektur bezogen stellt Transparenz…